Der Raumverwaltung ist heute aufgefallen, dass im ZHG eine O-Phasen Party ist, daher:
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Die Veranstaltung findet im Hörsaal T02 (Theologicum) statt!
Zur Unmöglichkeit poststrukturalistischer Gesellschaftskritik
An deutschen Universitäten, besonders in der akademischen Linken, liegt über den Charakter der postmodernen Philosophie ein grundlegendes Missverständnis vor: Dass es sich bei ihr nämlich um die legitime Nachfolgerin der Kritischen Theorie handele, ja, um kritische Theorie auf Höhe der Zeit. Ein Affront gegen alle, die es ernst meinen mit der Kritik – denn tatsächlich ist postmoderne Philosophie nichts anderes als “das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie” (Adorno). Weil der radikale Bruch mit dem Denken, das zu Auschwitz führte, ausblieb, weil vielmehr bereits in den sechziger Jahren gerade von links in vermeintlich tabubrecherischer Weise versucht wurde, die nationalsozialistische Philosophie für scheinbar “emanzipatorische” Projekte nutzbar zu machen, erscheint die deutsche Ideologie heute als links und progressiv.
Diese neueste deutsche Ideologie ist nicht nur eine philosophische Strömung, sondern Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz. Die postmoderne Übung, jede allgemeine Begriffsbestimmung als “logozentrisch” und jede Betrachtung der Gesellschaft unter Vernunftkriterien als totalitär zu denunzieren, ist sowohl Reflex der objektiven Unbrauchbarkeit der Welt unter den Verhältnissen spätkapitalistischer Vergesellschaftung als auch der Versuch einer Sinnstiftung ebendieser Verhältnisse. In seinem Kult der Unmittelbarkeit schließlich sucht der Poststrukturalismus den Schulterschluß mit dem radikalen Islam und verrät jede Idee von Versöhnung.
Unser Referent Alex Gruber ist Mitglied beim Café Critique in Wien und Mitherausgeber des Bandes „Gegenaufklärung – Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft“, der demnächst beim Ca-Ira-Verlag in Freiburg erscheint.
Vortrag & Diskussion
mit Alex Gruber (Café Critique)
am Freitag, den 15. April
um 19 Uhr im ZHG 005
Eine Veranstaltung des [a:ka], freundlich unterstützt vom Fachschaftsrat Sozialwissenschaften
Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus
Samstag, 12. Juni 2010, 14 Uhr
Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte
„Das darf man Israel so nicht durchgehen lassen“, schäumte Gregor Gysi; der Linkspartei-Abgeordnete Wolfgang Neskovic forderte Ermittlungen gegen Israel wegen des „Anfangsverdachts eines Kriegsverbrechens“; Nader El-Saqa von der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands e.V. bezeichnete den israelischen Angriff als „Kriegserklärung Israels an alle auf den Schiffen vertretenen Nationen“. Darin sind sich die deutschen Vertreter der humanitären Sache einig mit Tayyip Erdogan, dem türkischen Ministerpräsidenten, der hinzufügte, dass Israel ein „Geschwür“ im Nahen Osten sei. Noch sind Abstufungen in den Formulierungen zu hören – doch zieht sich eine Linie von Gysi zu Erdogan, Hugo Chavez und der iranischen Führung. Und einig sind sich auch die europäischen Regierungen mit Barack Obama: Nicht das Bündnis von Linken und Islamisten sei das Problem, sondern Israel. (mehr…)
Dass das Geld des Staates nichts taugt gegen die Krise des Kapitals, ist unmittelbar einsichtig: Wie sollte denn auch jenes Geld, das der Staat allein zu spendieren vermag, das Geld als Zahlungs- und Zirkulationsmittel, die Krise der Geldform des Kapitals zu therapieren vermögen?
Was der Staat im Zuge des famosen “deficit spending” in diesem sogenannten “keynesianischen Moment” schöpft, das heißt: was seine Bundesbank aus dem Nichts erst erfindet und dann druckt, ist ja keineswegs Kapital, das zu einer irgend qualifizierten Profitrate zu akkumulieren vermöchte, sondern hat einzig die Qualität einer Anweisung, eines Rationierungs- oder auch Zuteilungsbescheids auf eine warenförmigen Gebrauchswert.
Nicht nur jedoch, dass der Staat systematisch unter dem Niveau der Krise des Kapitals agiert – wenn er denn kommt und interveniert, kann er immer nur zu spät kommen. Die Echtzeit der kapitalen Vergesellschaftung ist der Aktion des Souveräns, zumindest des parlamentarisch verfaßten, notwendig voraus.
Das Kapital agiert in der Zukunft, der Staat noch nicht einmal in der Gegenwart.
Der Staat kann das Kapital nicht einholen; er kann es nur überholen, indem er den Ausnahmezustand verkündet, d.h. wenn er die Unmittelbarkeit der Geltung des Geldes als Kapital mit souveräner Gewalt zu verfügen sucht. So folgt aus der Zusammenbruchskrise notwendig der Ausnahmezustand: im Interesse des sog. “Gemeinwohls” emanzipiert sich der Souverän und setzt sich als autoritäres Kommando. In letzter Instanz erfolgt die “Deckung” der Währung durch das Gewaltmonopol auf Leben und Tod.
Unser Referent ist Joachim Bruhn von der Initiative Sozialistisches Forum aus Freiburg. Zuletzt gab er (gemeinsam mit Jan Gerber) den Sammelband „Rote Armee Fiktion“ (ça ira-Verlag 2007) heraus; sein Buch „Was deutsch ist – Zur kritischen Theorie der Nation“ wird im Sommer ebenfalls bei ça ira erscheinen.
Veranstaltung am Dienstag, den 23. Februar ab 19:30 in der Galerie APEX Burgstraße 46, Göttingen.
Fünf Monate nach den Wahlen im Iran hat sich die Aufregung hierzulande gelegt: Seit es den Kräften um Präsident Mahmud Ahmadinedschad gelungen ist, die Protestwelle gegen dessen offensichtlichen Wahlbetrug zu brechen, ist das Thema aus den Medien weitgehend verschwunden, und die deutsche Außenpolitik hat sich mit den weiterhin herrschenden Verhältnissen im Land arrangiert. Was bleibt ist der Eindruck, dass eigentlich kaum jemand weiß, wer da im Sommer warum gegen wen gekämpft hat. Welche Triebkräfte waren es, die die „Islamische Republik“ bis an den Rand des Zusammenbruchs destabilisiert haben? Und auf welcher Grundlage kann sie trotzdem fortbestehen?
Mit der Antwort auf diese Fragen tun sich deutsche Beobachter deshalb so schwer, weil ihr Blick auf den Iran durch falsche Prämissen getrübt ist. Zum einen belegen sie das politische System des Landes mit dem Schlagwort des „Mullahregimes“ und suggerieren so die Existenz einer monolithischen Herrscherkaste, die, vergleichbar mit den Parteien sowjetischen Typs, alle Fäden in der Hand hält. Zum anderen bewerten sie die politischen Institutionen des Landes aber anhand der Maßstäbe bürgerlicher Staatlichkeit – weshalb es sich beim Iran in ihrer Wahrnehmung um eine semi-demokratische Republik handelt, die nur wegen des mullahdominierten Wächterrats keine „echte“ Demokratie sein kann.
Tatsächlich sind aber die Mullahs nur eine Interessengruppe unter vielen, und die politische Macht liegt weder (allein) bei ihnen, noch liegt sie – wie im bürgerlichen Staat – bei den Institutionen. Letztere sind im Iran Form ohne Inhalt; über die Politik des Regimes entscheiden nicht sie, sondern die Kräfteverhältnisse der konkurrierenden Interessengruppen, die unterhalb der offiziellen Ebene austariert werden. Entsprechend handelt es sich bei den sogenannten „Sicherheitskräften“, die im Sommer die Protestbewegung niederschlugen, auch weniger um eine Polizei, die im Rahmen eines Gewaltmonopols eine Rechtsordnung aufrechterhalten hätte, als um bewaffnete Banden, die von Achmadinedschad und seinen Leuten ausgeschickt wurden, um seine Position gewaltsam zu sichern.
Wer die wichtigsten Akteure sind, welche Gruppen mit welchen Interessen im Iran für welche politischen Ziele kämpfen, und welche Konstellation im Sommer die Protestbewegung ausgelöst haben könnte, darüber referiert auf Einladung des [a:ka] der Politikwissenschaftler Wahied Wahdat-Hagh. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf die Rolle des Islams für das iranische System und auf die Funktion, die der von nahezu allen politischen Kräften geschürte Hass auf Israel bei den jüngsten Auseinandersetzungen gespielt hat.
Vortrag und Diskussion mit Wahied-Wahdat-Hagh
Am 20.11.2009 um 19.30h im DGB-Haus, am Platz der Synagoge
Israel führt Krieg, wieder einmal. Nachdem es 2006 darum ging, die Hisbollah im Libanon daran zu hindern, den Norden Israels mit Raketen zu beschießen, geht es diesmal gegen die Hamas, die vom Gaza-Streifen aus den Süden des Landes angreift. Der Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen begann im Jahr 2000; seit dem Abzug der israelischen Armee im Jahr 2005 ist er sprunghaft angestiegen inzwischen sind es über 5000 Raketen und über 1000 Mörsergranaten, die von Gaza aus auf Israel abgeschossen wurden. Die Zahl der Opfer auf israelischer Seite ist zwar bislang gering, dies ist aber zum einen einer gehörigen Portion Glück zu verdanken und der Tatsache, dass sich die betroffene Bevölkerung bei Beschuss in Schutzräume zurückzieht. Zum anderen liegt es daran, dass die Hamas bislang nur über ungenaue Waffensysteme verfügte, was sich derzeit jedoch – vor allem dank iranischer Hilfe – zu ändern beginnt.
Israel versucht mit diesem Krieg zum einen, die militärische Infrastruktur der Hamas zu zerstören, zum anderen aber auch, die Islamisten-Organisation selbst zu schwächen. Die Hamas ihrerseits setzt die Bevölkerung des Gaza-Streifens als lebende Schutzschilde ein und nimmt dabei billigend jene zivilen Opfer in Kauf, deren Tod sie dann als Waffe im Propagandakrieg gegen Israel in Anschlag bringt. Friedensfreunde aus aller Welt gehen dieser Masche auf den Leim und klagen Israel als den Aggressor
an, während die Hamas als gutwilliger Verhandlungspartner erscheint, dem letztlich nichts anderes übriggeblieben sei, als den Waffenstillstand des vergangenen Herbstes aufzukündigen.
Es gehört schon einiges an Verblendung dazu, den derzeitigen Krieg auf diese Weise zu betrachten – schließlich gibt sich die Hamas nicht einmal besonders Mühe, ihre wahren Ziele zu verschleiern, und ruft die Muslime der Welt in ihrer Charta ungeniert zum Judenmord auf. Das Ziel der Hamas ist nicht der „Frieden mit Israel im Rahmen einer gerechten
Zwei-Staaten-Lösung“, wie das gerade deutsche Kommentatoren immer wieder glauben und glauben machen wollen – es ist schlicht die Vernichtung des Judenstaates. Allein dies macht deutlich, warum Israel die Hamas als Machtfaktor bei Strafe des eigenen Untergangs nicht dulden darf. Frieden für Israelis und Palästinenser kann es deshalb erst geben, wenn die Hamas
geschlagen ist. Das wird zwar nicht durch diesen Krieg zu erreichen sein, aber auch nicht ohne ihn.
Kundgebung am 17. 1., 12 h, Gänseliesel
Solidarität mit Israel!
Kein Friede dem antisemitischen Vernichtungswillen!