Stop

Archiv der Kategorie 'Allgemein'

„Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“

Wir wollen es uns nicht nehmen lassen, auf eine spannende Veranstaltung des Jüdischen Lehrhauses Göttingen hinzuweisen:

„Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“
Dr. Tilman Tarach
am Sonntag, den 16. Oktober 2011, um 16 Uhr
bei Arbeit und Leben, Lange Geismarstr. 72

Aus der Ankündigung:

Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Dr. Tilman Tarach zeigt, dass die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge „Israelkritiker“ den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole „Die Juden sind schuld“ wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält.

Dr. Tilman Tarach ist Jurist in Freiburg im Breisgau und Autor des Buches „Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die ,Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt“.

Zur Kritik der Religion – Referat des [a:ka] auf der Veranstaltung zu Religions- und Atheismuskritik am 13. September 2011

„Gott ist tot“, schreibt Nietzsche in der Fröhlichen Wissenschaft, und hält auch eine Reanimation für ausgeschlossen: „Gott bleibt tot“, fügt er hinzu. Das war 1882, und es klingt nach einem Schlussstrich. Man könnte fragen, was bleibt zu tun für die Religionskritik, wenn ihr Gegenstand seit 130 Jahren erledigt ist? Oder umgekehrt: Wenn der Gegenstand nicht erledigt ist, was ist dann dran an Nietzsches Behauptung? Mit diesen Fragen ist das Problem benannt, mit dem sich Religionskritik heute beschäftigen muss: Ihr Gegenstand ist nämlich keineswegs erledigt, doch das ändert nichts daran, dass Nietzsche recht hatte. Die Religion lebt, aber Gott bleibt tot.

Um diesen Widerspruch aufzulösen, muss man erst einmal verstehen, was einen toten Gott überhaupt von einem lebenden unterscheidet. Denn es ist ja niemand gestorben, schon gar nicht der Herr über den Himmel und die Erde. Und doch beschreibt die Todesmetapher einen realen Vorgang – allerdings keinen übersinnlichen, sondern einen gesellschaftlichen: Gott war lebendig als eine Vorstellung von der Welt, die zwar nur in den Köpfen der Menschen existierte, als solche aber reale Gewalt hatte über die Gesellschaft.

Er starb, weil das Weltbild und als das Weltbild, das ihn zum Zentrum hatte, mit einer sich verändernden Wirklichkeit in Konflikt geriet und schließlich nicht mehr zu halten war. Lebendig war Gott, solange der Glaube an ihn mit der Erfahrungs- und Gedankenwelt der Gläubigen in Einklang zu bringen war; tot ist er, weil Erfahrung und Denken in der Neuzeit den Glaubensrahmen sprengten, den die christliche Lehre zusammenhielt.
(mehr…)

Kritik der Religion, Kritik des Atheismus

Wir nehmen den Papstbesuch zum Anlass, die Religion zu kritisieren, ohne uns deshalb dem antiklerikalen Wutbürgertum anschließen zu wollen. Zu dem bevorstehenden Protest-Spektakel werden wir jedenfalls wenig beizutragen haben: Wir schweigen an diesem Abend zu den Verbrechen der Inquisition, beschäftigen uns nicht mit Ratzingers HJ-Vergangenheit, und fordern nicht einmal die Abschaffung des Zölibats.

Kritik der Religion

Sprechen werden wir stattdessen über Religion in einer Gesellschaft, die dem Glauben seine Existenzgrundlage entzogen hat. Die Aufklärung hat Gott aus dem Himmel verbannt, die Wissenschaft hat ihn aus der Welt getilgt ? und trotzdem ?glauben? allein in Deutschland Millionen, dass Gott den Menschen aus Lehm erschuf und eine Jungfrau seinen Sohn gebar. Zumindest im Prinzip. Denn eigentlich glauben heute auch die Christen eher an Darwin als an die Bibel. Was sie aber nicht daran hindert, das Gegenteil zu bekennen. Werbegreifen will, warum die Religion den ?Tod Gottes? überlebt hat, muss also zuerst einen Glauben begreifen, der sich selbst nicht mehr glaubt.

Kritik des Atheismus

Der Atheismus ist rationalistisch, nicht vernünftig: Die Aufklärung wollte Gott vom Thron stürzen, um den Weg frei zu machen für die Idee der Menschheit auf Basis der Vernunft. Für die ?Neuen Atheisten? dagegen ist die Menschheit nur ein Durchgangsstadium in der Evolutionsgeschichte, und Vernunft nur die Anerkennung des Faktischen als Richtiges. Dawkins & Co. setzen den bewusstlosen Prozess von Selektion und Mutation an die Stelle Gottes – und entpuppen sich damit als Priester einer Wissenschaftsreligion, die ihren Anhängern jede Aussicht auf Erlösung verweigert.

Vortrag & Diskussion

mit Leo Elser (Redaktion Polemos, Autor Bahamas) und Jan Singer ([a:ka]
göttingen)
am Dienstag, den 13.September
um 19 Uhr im APEX, Burgstraße 46, Göttingen

Der Aberglaube des Positivismus

Stephen Hawking und der Wahn der Kosmologie

Die am naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinn geschulten, auf messbare Fakten gestützten, positivistischen Modelle breiten sich seit Beginn der Neuzeit wie selbstverständlich als bevorzugte Methode der Welterklärung aus. Traditionell religiöse oder metaphysische Vorstellungen werden entmythologisiert – denn in positiver Gestalt erweisen sie sich allesamt als dogmatisch und wissenschaftlich widerlegbar.

Doch der unaufhaltsame Siegeszug des Positivismus wird seinerseits selbst begleitet von esoterischen Denkmustern und phantastischen Spekulationen. So stellt etwa die Astrophysik Vermutungen über bewohnbare Exoplaneten an, über neue, fremde Welten in anderen Sternensystemen und über deren mögliche Bewohner – die mythischen Aliens. Wie passen solche durch keine Erfahrung gedeckten Projektionen mit dem rationalen Anspruch naturwissenschaftlicher Aufklärung zusammen?

Als ambitioniertestes Projekt des Positivismus darf die „Theorie von Allem“ gelten, der Versuch einer rein physikalischen Welterklärung, die ihre Bekanntheit in erster Linie dem Kosmologen Stephen W. Hawking verdankt. Im vergangenen Jahr erschien sein Buch „Der große Entwurf“ mit einer Weiterentwicklung jener Theorie, die er zuerst in seinem Weltbestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit“ der Weltöffentlichkeit präsentierte.

Unser Referent, der Physiker und Bahamas-Autor Jörg Huber, nimmt sich diese neueste Ausprägung der Hawking’schen Kosmologie vor und zeigt an ihrem Beispiel, wie positivistisch-naturwissenschaftliches Denken in Dogmatismus und schließlich in Aberglauben umschlägt und er analysiert die systematischen Fehler, die jenem Umschlag notwendig vorausgehen.

Vortrag & Diskussion

mit Jörg Huber (Bahamas)
am Freitag, den 1.Juli
um 19 Uhr im ZHG 002

Eine Veranstaltung des [a:ka], freundlich unterstützt vom Fachschaftsrat Sozialwissenschaften

Die fabelhafte Welt der Antifa Teheran

Göttingen, die Hauptstadt des linken Provinzavantgardismus, am 8.März 2010. Ein gutes Zeichen, möchte man meinen, wenn an diesem Tag, dem internationalen Frauenkampftag, Menschen sich zusammenfinden, um den unterdrückten Frauen im Iran ihre Solidarität auszudrücken. Denn es rumorte und rumort kräftig im Iran, und all jene, die schon genug unter der repressiven Herrschaft des islamischen Regimes leiden, finden sich in einer unterstützenswerten Oppositionbewegung zusammen. Es erschien, als habe die Kreativabteilung des örtlichen UmsGanze-Ablegers, also der Gruppen redical[m] und Gegenstrom, gute Arbeit geleistet.
(mehr…)