Stop

Archiv für September 2013

Von der „Nakba“ zur Gründung Palästinas? – Ein Mythos als politische Waffe

Veranstaltung & Diskussion

mit Alex Feuerherdt (Konkret, Lizas Welt)

am Mittwoch, den 25. September um 19.30 Uhr
im Foyer des Jungen Theaters, Hospitalstraße 6, Göttingen

Für Antizionisten ist die Sache klar: Schon die Gründung Israels vor 65 Jahren war ein Verbrechen; erkauft mit der „Nakba“, der Vertreibung der Araber von ihrem angestammten Grund und Boden. Deshalb sei die Geschichte des Nahost-Konflikts nichts anderes als der Versuch der Palästinenser, ihr Recht auf Heimat zurückzuerlangen – bzw. der Versuch der Israelis, ihnen dieses Recht gewaltsam zu verweigern. Vom Sechs-Tage-Krieg des Jahres 1967 über das Eingreifen der IDF im Libanon bis zum Siedlungsbau heutiger Tage gehe es den Zionisten stets darum, die Palästinenser endgültig zu vertreiben und auf ihrem Land ein „Groß-Israel“ zu errichten.

Diese Interpretation ist schon deshalb nicht haltbar, weil sie auf einem Mythos beruht: Nicht das junge Israel hat 1948 die Araber angegriffen, sondern die arabischen Staaten haben Israel überfallen – mit dem erklärten Ziel, die Juden zurück ins Meer zu treiben. Und die Palästinenser wurden nicht das Opfer einer beispiellosen, zionistischen Vertreibungsstrategie, sondern einer jener Bevölkerungsverschiebungen, wie sie damals als Folge von Kriegen an der Tagesordnung waren. Und zwar in viel kleinerem Umfang als etwa in Pakistan, wo vier Millionen Muslime und sieben Millionen Hindus vertrieben wurden. Heute müssen die Palästinenser nur deshalb noch als „Flüchtlinge“ leben, weil die arabischen Staaten, die sich als ihre Schutzmächte aufspielen, sie nie als ihre Bürger anerkannten. Sie wurden stattdessen in Lagern an der israelischen Grenze zusammengepfercht, um ihr Elend als moralische Waffe gegen „den Zionismus“ einzusetzen.

Unser Referent Alex Feuerherdt erläutert, wie auch die Führung der Palästinenser stets in diesem Sinne handelt: Auch ihr geht es bis heute weniger um ein gutes Leben für die eigenen Leute als um die Abschaffung Israels als jüdischem Staat – sei es, um alle Juden aus Palästina zu vertreiben oder um sie dem rechtlosen Status des Dhimmie in einem islamischen Gottesstaat zu unterwerfen. Feuerherdt zeigt, dass Frieden im Nahen Osten nur möglich wäre, wenn sich die Palästinenser von dieser Führung befreien könnten. Was gleichzeitig bedeutete, den Mythos „Nakba“ als Grundlage ihrer nationalen Identität endlich aufzugeben.

Eine Veranstaltung des [a:ka], freundlich unterstützt vom FSR SoWi