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Archiv für April 2013

Kein „Dialog“ mit den Mullahs – iranischen Botschafter aus Loccum ausladen!

Die altehrwürdige Akademie Loccum, nahe des Steinhuder Meeres bei Hannover gelegen, ist eine bundesweit bekannte Bildungseinrichtung der evangelisch-lutherischen Landeskirche und – wie das mit evangelischen Einrichtungen eben so ist – ein lebendiger Beleg für die These, dass die Praxis der Gutmenschen nicht unbedingt vereinbar ist mit dem Begriff des guten Menschen.

Vom 17. bis zum 19. April 2013 soll in Loccum eine Tagung stattfinden, die sich der Frage widmet, wie die iranische Zivilgesellschaft gestärkt werden kann? Unter welcher Prämisse die Veranstalter diese Frage erörtert wissen wollen, ist dabei nicht nur Podientiteln wie „Wandel durch Annäherung“ zu entnehmen, sondern auch der Liste der Referenten, die auf der Tagung auftreten werden: Indem die Akademie mit dem Botschafter Alireza Sheikh Attar ausgerechnet den höchsten Repräsentanten des Mullahregimes in Deutschland aufs Podium bittet, erkennt sie die herrschenden Verhältnissen im Iran als legitim an; allen Debatten ist damit vorausgesetzt: der status quo möge im Grundsatz erhalten bleiben.

Kein Wunder also, dass ein profilierter Regimekritiker wie der Exil-Iraner Wahied Wahdad-Hagh seine Teilnahme an der Tagung ablehnt: Wahdad-Hagh ist natürlich nicht bereit, sich mit einem Menschen an einen Tisch zu setzen, „der ein politisches System vertritt, das meinen Vater hingerichtet hat, mit einem, der ein politisches System vertritt, das die Menschenrechte verachtet, westliche Demokratien verachtet, alle säkularen Kräfte im Iran eliminiert hat, iranische Frauen zwangverschleiert, Homosexuelle hinrichten lässt, Israel mit Vernichtung bedroht und die gesamte Sicherheit im Nahen Osten gefährdet.“

Kein Wunder auch, dass ein notorischer „Nahostexperte“ wie Michael Lüders an der Veranstaltung trotzdem teilnimmt – denn einer wie Lüders kann noch in jedem Terrorregime die authentische Vertretung eines Volkes erblicken, und er wird noch jeder Todesdrohung gegen Israel seine Absolution erteilen, solange sie als „Widerstand gegen den Zionismus“ daherkommt. Mit Leuten wie Lüders und Sheikh Attar wird jedes Seminar für den Frieden im Nahen und Mittleren Osten zu einer Propagandaveranstaltung für die Islamisten, für die Antizionisten und für die Rackets des Mullah-Regimes. Das [a:ka] fordert deshalb dazu auf, alle Einflussmöglichkeiten zu nutzen, damit die Iran-Tagung in Loccum abgesagt wird. Zumindest wäre der iranische Botschafter unverzüglich auszuladen – und sollte das nicht möglich sein, ohne einen diplomatischen Affront gegenüber der „Islamischen Republik“ zu provozieren: Um so besser!

Nähere Informationen und eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Seminar in Loccum finden sich nebst aktuellen Stellungnahmen zum Thema auf der einschlägigen Seite von Stop the Bomb, auf die wir an dieser Stelle verweisen möchten.