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Archiv für Juni 2012

Arabischer Frühling? Eine aktuelle Einschätzung der Umbrüche im Nahen Osten

Nachdem Ende Februar Justus Wertmüller bei uns zu Gast war, um die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit zum sogenannten Arabischen Frühling zu analysieren, legen wir jetzt mit einer zweiten Veranstaltung nach. Wir laden herzlich ein zu dem Vortrag:

Arabischer Frühling?
Eine aktuelle Einschätzung der Umbrüche im Mittleren Osten

am Donnerstag, dem 14. Juni, um 18.30 Uhr im ZHG 003,
mit Thomas von der Osten-Sacken (Wadi e.V.)

Die Muslimbrüder in Ägypten haben es geschafft – sie sind aus der jahrzehntelangen Opposition gegen das Regime Hosni Mubaraks als stimmstärkste Macht aus den Parlamentswahlen hervorgegangen, knapp gefolgt von den Salafisten. Doch was nun? Werden die Islamisten die Sharia einführen und einen Gottesstaat iranischer Gussart gegen Israel in Stellung bringen? Die realpolitischen Weichen dafür scheinen noch nicht endgültig gestellt zu sein. Während die ägyptischen Revolutionäre auf den Straßen Kairos demonstrieren, dass sie mit einem derartigen Ausgang des „arabischen Frühlings” nicht einverstanden sind, wird eine wie auch immer zusammengesetzte künftige Regierung weiterhin auf die US-Amerikanischen Subventionsgelder angewiesen sein, die nur durch einen stabilen Frieden mit Israel gesichert werden können.

Auch die Beziehungen zum Iran sind alles andere als harmonisch, wird dieser doch durch seine hegemonialen Atommachtambitionen nicht nur vom Westen, sondern auch – mit Ausnahme Bashar al-Assads Syriens – von allen anderen Staaten des mittleren Ostens gefürchtet. Während nämlich in Nordafrika die Diktatoren stürzen, verwandelt sich der sogenannte Arabische Frühling im Nahen Osten, vor allem in Syrien, zunehmend in einen blutigen Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien. Derweil begrüßt der deutsche Außenminister das ägyptische Wahlergebnis und bezeichnet die Muslimbrüder als “moderate Islamisten”. Was aber steht hinter diesem Modewort? Werden sich Muslimbrüder & Co. vorerst damit abfinden müssen, mitzuspielen – diesen Kunstgriff am Ende gar verinnerlichen, oder bei der nächstbesten Gelegenheit diejenigen Lügen strafen, die die arabischen Umbrüche als „Frühling” bezeichnen?