Offensichtlich hat unser kleiner Boykott- und Demoaufruf gegen Gilad Atzmon gewaltig Staub aufgewirbelt: Das Jazzfestival hat Atzmons Auftritt auf 24 Uhr verschoben, um mögliche Einbußen gering zu halten, die Lokalpresse berichtet ausführlich, und selbst in den Kulturnachrichten des Deutschlandradios ist die Affäre bereits angekommen. Und die Göttinger Stadtverwaltung scheint derart verunsichert, dass der Leiter des Kulturamtes seinen Vorstandsposten beim Jazzfestival aufgegeben hat, um die Stadt aus den Querelen herauszuhalten. Donnerwetter!
Wenn man allerdings die schriftliche Stellungnahme liest, die Atzmon via Jazzfestival verbreiten ließ, dann fragt man sich, was die ganze Aufregung eigentlich soll – das [a:ka] habe nämlich alles nur erfunden: „Auffällig ist, dass nicht ein einziges der ‚Zitate‘, die mir zugeordnet werden, mit einer Quellenangabe versehen ist. Um dies klar zu stellen: keines dieser angeblichen Zitate gibt meine Gedanken oder den Inhalt meines Werkes wieder.“ Das ist zwar nichts als eine dreiste (und dumme) Lüge – weil sie aber auf einschlägig verbohrten Internetseiten wie goest.de bereits kolportiert wird, als handele es sich um die Wahrheit, dokumentieren wir im Folgenden noch einmal alle Zitate aus unserem Flugblatt und belegen ihre Herkunft mit einer nachprüfbaren Quellenangabe.
Zitat: »Der Holocaust diente dazu, die Aufmerksamkeit von den ungeheuren Verbrechen der Alliierten abzulenken. Hiroshima, Nagasaki und Dresden sind nur die Kürzel für den institutionalisierten Völkermord aus der Hand des englischsprachigen Imperiums. Der Holocaust ist erfolgreich zu einer neuen Religion gereift.«
Quelle: Gilad Atzmon, „Wer ist Jude?“
Zitat: »Der iranische Präsident beharrt zu Recht darauf, daß dieses historische Kapitel historisch untersucht werden muß. Das heißt zugleich, daß jedes vergangene Ereignis genauer Prüfung, Aufbereitung und Überarbeitung bedarf. ›Wenn wir uns gestatten, Gott und die Propheten in Frage zu stellen, so können wir uns ebenso gestatten, den Holocaust in Frage zu stellen.‹«
Quelle: Gilad Atzmon, „Wer ist Jude?“
Zitat: »Zionismus (als Ideologie), Judaismus (als Religion), Jüdischkeit (als Identität) und die Juden (als Volk) sind eng mit einander verknüpft […] die jüdischen Lobbys, jüdische Pressure-Groups und jede andere Form jüdischen Stammesaktivismus [sind] nicht von einander zu unterscheiden.«
Quelle: Gilad Atzmon, „Tractatus Logico Palestinicus“
Zitat: »Israel ›geht es gut‹, weil es führender Händler von Blut-Diamanten ist«
Quelle: Gilad Atzmon, „Israelische Ökonomie für Anfänger“, zitiert nach Jörg Huber, „Jazz ist mein Jihad“
Zitat: »Für mich ist der Zionismus als rassistische, expansionistische Bewegung nicht von der Nazi-Ideologie zu unterscheiden.« (Übersetzung von: “For me, Zionism, being a racist expansionist movement, is no different from Nazi ideology.”)
Quelle: Gilad Atzmon in seinem Statement anlässlich einer Einladung zur Tagung „Marxism 2005“ der „Socialist Workers Party“
Zitat: »Ich glaube, dass Israel aus einer bestimmten ideologischen Perspektive sogar weit schlimmer ist als Nazi-Deutschland, denn anders als Nazi-Deutschland ist Israel eine Demokratie, und das bedeutet, dass Israels Bürger Komplizen der israelischen Greueltaten sind.« (Übersetzung von: „Indeed, I believe that from [a] certain ideological perspective, Israel is actually far worse than Nazi Germany, for unlike Nazi Germany, Israel is a democracy and that implies that Israeli citizens are complicit in Israeli atrocities.“)
Quelle: Gilad Atzmon, “The Truth in Stuttgart”
