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Archiv für Oktober 2011

Avi Primor: „Antisemitismus in Europa heute“

Wir möchten auf eine weitere Veranstaltung vom Jüdischen Lehr­haus Göttingen und der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen hinweisen:

Lange Nacht der Erinnerung
Mit Avi Primor: Antisemitismus in Europa heute

Mittwoch, 9. November 2011, 19.30 Uhr
Altes Rathaus, Kornmarkt, Göttingen

Avi Primor war von 1993 bis 1999 israeli­scher Botschafter in Deutschland. Nach dem Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst wurde er Vizepräsident der Universität Tel Aviv. Seit 2004 ist er an der Privatuniversität Interdisciplinary Center (IDC) Herzliya tätig, wo er das trilaterale Zentrum für Euro­päische Studien gegründet hat und leitet.

Eintritt: 8 € (5 € ermäßigt)

„Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“

Wir wollen es uns nicht nehmen lassen, auf eine spannende Veranstaltung des Jüdischen Lehrhauses Göttingen hinzuweisen:

„Feindbild Israel – der ewige Sündenbock“
Dr. Tilman Tarach
am Sonntag, den 16. Oktober 2011, um 16 Uhr
bei Arbeit und Leben, Lange Geismarstr. 72

Aus der Ankündigung:

Über keinen Staat gibt es so viele Gerüchte wie über Israel. Dr. Tilman Tarach zeigt, dass die deutschen Medien, aber auch Organisationen wie die Uno und jede Menge „Israelkritiker“ den Stoff liefern, aus dem diese diffamierenden Legenden gestrickt werden. Die alte Parole „Die Juden sind schuld“ wird heute in weiten Teilen der Gesellschaft begierig auf den jüdischen Staat angewendet, und zwar reichlich unabhängig davon, wie er sich verhält.

Dr. Tilman Tarach ist Jurist in Freiburg im Breisgau und Autor des Buches „Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die ,Protokolle der Weisen von Zion‘ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt“.

Zur Kritik der Religion – Referat des [a:ka] auf der Veranstaltung zu Religions- und Atheismuskritik am 13. September 2011

„Gott ist tot“, schreibt Nietzsche in der Fröhlichen Wissenschaft, und hält auch eine Reanimation für ausgeschlossen: „Gott bleibt tot“, fügt er hinzu. Das war 1882, und es klingt nach einem Schlussstrich. Man könnte fragen, was bleibt zu tun für die Religionskritik, wenn ihr Gegenstand seit 130 Jahren erledigt ist? Oder umgekehrt: Wenn der Gegenstand nicht erledigt ist, was ist dann dran an Nietzsches Behauptung? Mit diesen Fragen ist das Problem benannt, mit dem sich Religionskritik heute beschäftigen muss: Ihr Gegenstand ist nämlich keineswegs erledigt, doch das ändert nichts daran, dass Nietzsche recht hatte. Die Religion lebt, aber Gott bleibt tot.

Um diesen Widerspruch aufzulösen, muss man erst einmal verstehen, was einen toten Gott überhaupt von einem lebenden unterscheidet. Denn es ist ja niemand gestorben, schon gar nicht der Herr über den Himmel und die Erde. Und doch beschreibt die Todesmetapher einen realen Vorgang – allerdings keinen übersinnlichen, sondern einen gesellschaftlichen: Gott war lebendig als eine Vorstellung von der Welt, die zwar nur in den Köpfen der Menschen existierte, als solche aber reale Gewalt hatte über die Gesellschaft.

Er starb, weil das Weltbild und als das Weltbild, das ihn zum Zentrum hatte, mit einer sich verändernden Wirklichkeit in Konflikt geriet und schließlich nicht mehr zu halten war. Lebendig war Gott, solange der Glaube an ihn mit der Erfahrungs- und Gedankenwelt der Gläubigen in Einklang zu bringen war; tot ist er, weil Erfahrung und Denken in der Neuzeit den Glaubensrahmen sprengten, den die christliche Lehre zusammenhielt.
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