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Archiv für März 2011

Kritische Theorie & Postmoderne

Der Raumverwaltung ist heute aufgefallen, dass im ZHG eine O-Phasen Party ist, daher:
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Die Veranstaltung findet im Hörsaal T02 (Theologicum) statt!

Zur Unmöglichkeit poststrukturalistischer Gesellschaftskritik

An deutschen Universitäten, besonders in der akademischen Linken, liegt über den Charakter der postmodernen Philosophie ein grundlegendes Missverständnis vor: Dass es sich bei ihr nämlich um die legitime Nachfolgerin der Kritischen Theorie handele, ja, um kritische Theorie auf Höhe der Zeit. Ein Affront gegen alle, die es ernst meinen mit der Kritik – denn tatsächlich ist postmoderne Philosophie nichts anderes als “das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie” (Adorno). Weil der radikale Bruch mit dem Denken, das zu Auschwitz führte, ausblieb, weil vielmehr bereits in den sechziger Jahren gerade von links in vermeintlich tabubrecherischer Weise versucht wurde, die nationalsozialistische Philosophie für scheinbar “emanzipatorische” Projekte nutzbar zu machen, erscheint die deutsche Ideologie heute als links und progressiv.

Diese neueste deutsche Ideologie ist nicht nur eine philosophische Strömung, sondern Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz. Die postmoderne Übung, jede allgemeine Begriffsbestimmung als “logozentrisch” und jede Betrachtung der Gesellschaft unter Vernunftkriterien als totalitär zu denunzieren, ist sowohl Reflex der objektiven Unbrauchbarkeit der Welt unter den Verhältnissen spätkapitalistischer Vergesellschaftung als auch der Versuch einer Sinnstiftung ebendieser Verhältnisse. In seinem Kult der Unmittelbarkeit schließlich sucht der Poststrukturalismus den Schulterschluß mit dem radikalen Islam und verrät jede Idee von Versöhnung.

Unser Referent Alex Gruber ist Mitglied beim Café Critique in Wien und Mitherausgeber des Bandes „Gegenaufklärung – Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft“, der demnächst beim Ca-Ira-Verlag in Freiburg erscheint.

Vortrag & Diskussion

mit Alex Gruber (Café Critique)
am Freitag, den 15. April
um 19 Uhr im ZHG 005

Eine Veranstaltung des [a:ka], freundlich unterstützt vom Fachschaftsrat Sozialwissenschaften