Stop

Archiv für Dezember 2009

Zum Rückzug

Aus gegebenem Anlass ergänzt das [a:ka] seine Rückzugserklärung zur Demo gegen die B5.

Von verschiedenen Stellen wurden wir auf eine mangelhafte Informationslage bezüglich der Hamburger Verhältnisse aufmerksam gemacht. Das [a:ka] wäre anscheinend Gerüchten aus Berlin aufgesessen, schließlich hätten einige der Verfasser des Aufrufes zur besagten Demo selbst Anzeigen bei der Polizei gegen prügelnde Antisemiten gestellt.

So sehr nun der Akt der Anzeige zu begrüßen ist, so sehr muss leider auch festgestellt werden, dass das Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten ihn nicht nur nicht erwähnt. Indem es den Gewaltverzicht unter Linken einfordert, hält es außerdem am Bezug auf diese als primäres Vermittlungsorgan fest und entzieht somit den Personen, die sich der undankbaren Aufgabe gestellt haben und zur Polizei gegangen sind, die Solidarität.
Das wird dadurch, dass genau diese Personen selbst den Entsprechenden Aufruf verfasst haben, keinen Deut besser – dem individuell Richtigen wird politisch Falsches entgegen gesetzt; ob in Personalunion oder nicht, ist da irrelevant.

Dieser Vorfall wird nicht der letzte Ausraster gewaltbereiter linker Antisemiten gewesen sein. Die Linke selbst steht diesem Phänomen mit typischer Ambivalenz gegenüber; wer etwas ändern könnte, will es nicht, und wer es will, der kann nicht. Aus diesem Zustand Konsequenzen zu ziehen, ist nicht zuletzt auch eine Schuldigkeit gegenüber den noch kommenden Opfern. Ein Deckmäntelchen über den Skandal in Form einer Demo derer, die es besser wissen wollen, aber nichts tun können, ist dafür ungeeignet.

Rückzugserklärung

Am 25. Oktober haben linke Antisemiten der Gruppen Sozialistische Linke (SoL) und Tierrechtsaktion Nord (TAN) aus der B5 in Hamburg eine Aufführung des Films „Warum Israel“ von Claude Lanzmann mit Gewalt verhindert; am 13. Dezember findet eine Demonstration gegen die Angreifer statt. Den Aufruf zu dieser Demo haben wir spontan unterzeichnet. Die Redaktion Bahamas hat eben diesen Aufruf nun einer heftigen Kritik unterzogen und rief in einem „dringenden Appell an unsere Freunde“ dazu auf: „Zieht Eure leichtfertig gegebene Unterschrift öffentlich zurück!“ Das [a:ka] folgt auch diesem Aufruf und zieht hiermit die Unterstützung für den Aufruf „Antisemitische Schläger unmöglich machen – Auch Linke!“ zurück.

(mehr…)